Dein Router läuft rund um die Uhr, oft jahrelang ohne Pause. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf den Stromverbrauch deines Routers und die Frage: Was kostet WLAN eigentlich, wenn es dauerhaft an ist? Die kurze Antwort vorweg: Ein typischer WLAN-Router zieht zwischen 5 und 20 Watt, was bei aktuellen Strompreisen etwa 15 bis 60 Euro pro Jahr ausmacht.
Klingt erstmal harmlos, aber bei mehreren Geräten im Haushalt kommt da schnell was zusammen. In diesem Beitrag bekommst du konkrete Zahlen, praxisnahe Tipps und eine ehrliche Einschätzung, ob es sich wirklich lohnt, den Router nachts auszuschalten.
Wie viel Watt zieht ein WLAN-Router wirklich?
Ein moderner WLAN-Router gehört zu den Dauerläufern im Haushalt. Er ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr aktiv und arbeitet still vor sich hin. Der tatsächliche Verbrauch hängt von mehreren Faktoren ab:
- Modell und Alter des Geräts
- Anzahl der WLAN-Bänder (2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz)
- Aktive Zusatzfunktionen wie DECT-Telefonie, Mediaserver oder USB-Geräte
- Anzahl der verbundenen Geräte
- Auslastung durch Streaming, Gaming-PC oder große Downloads
Ein kleiner, einfacher Router schluckt im Leerlauf rund 4 bis 6 Watt. Eine ausgewachsene FRITZ!Box mit Telefonie, Mesh und mehreren Funkbändern liegt eher bei 10 bis 15 Watt, unter Volllast auch mal bei 18 bis 20 Watt.
Beispielrechnung: Stromkosten Router pro Jahr
Rechnen wir das mal konkret durch, basierend auf einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde:
| Router-Typ | Verbrauch (Watt) | kWh pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Einfacher Mini-Router | 5 W | 43,8 kWh | ca. 15,33 € |
| Mittelklasse-Router | 10 W | 87,6 kWh | ca. 30,66 € |
| FRITZ!Box mit Telefonie | 12 W | 105,1 kWh | ca. 36,79 € |
| High-End Mesh-Router | 18 W | 157,7 kWh | ca. 55,20 € |
| Router + Repeater + Switch | 25 W | 219 kWh | ca. 76,65 € |
Du siehst: Allein dein Router kann dich locker 30 bis 60 Euro pro Jahr kosten. Wer noch Repeater, Powerline-Adapter oder ein NAS dazu betreibt, landet schnell jenseits der 100-Euro-Marke.
So findest du den genauen Verbrauch deines Routers heraus
Die Watt-Angabe auf dem Typenschild ist meist der Maximalverbrauch, nicht der echte Alltagswert. Wenn du es genau wissen willst, hilft nur messen. Mit einem Strommessgerät für die Steckdose (kostet zwischen 10 und 25 Euro) bekommst du den realen Verbrauch direkt angezeigt.
So gehst du vor:
- Strommessgerät zwischen Steckdose und Router stecken
- Aktuellen Strompreis im Gerät eingeben (steht auf deiner letzten Abrechnung)
- Mindestens 24 Stunden messen lassen, besser eine ganze Woche
- Verbrauch in kWh ablesen und auf das Jahr hochrechnen
So bekommst du einen echten Wert statt einer groben Schätzung. Wer mehrere Netzwerkgeräte hat, sollte jedes einzeln messen, das macht den größten Unterschied sichtbar.
Warum dein Router so viel Strom zieht
Viele unterschätzen, was in so einer kleinen Box eigentlich alles arbeitet. Ein moderner Router ist quasi ein kleiner Computer mit eigenem Prozessor, Arbeitsspeicher und mehreren Funkmodulen. Dazu kommen oft:
- Zwei oder drei WLAN-Bänder, die parallel funken
- DECT-Basisstation für Schnurlostelefone
- USB-Anschlüsse für Drucker oder Festplatten
- Mediaserver für Musik und Videos im Heimnetz
- Gastnetzwerk, das separat läuft
- LED-Anzeigen, die zwar wenig brauchen, aber eben rund um die Uhr leuchten
Jede dieser Funktionen zieht ein bisschen Strom. In Summe ergibt das den realen Verbrauch deines Routers im Dauerbetrieb.
Lohnt es sich, den Router nachts auszuschalten?
Eine der häufigsten Fragen, die im Netz auftaucht. Die ehrliche Antwort: Ja, finanziell schon, aber nicht so viel wie du vielleicht denkst.
Wenn dein Router 10 Watt zieht und du ihn nachts 8 Stunden ausschaltest, sparst du im Jahr:
- 10 W × 8 h × 365 Tage = 29,2 kWh
- Bei 35 Cent/kWh = rund 10,22 Euro pro Jahr
Klingt nach wenig, summiert sich aber. Dazu kommt der ökologische Aspekt: Weniger Verbrauch, weniger CO₂. Bei vielen FRITZ!Boxen kannst du das übrigens direkt im Menü unter „System → Nachtschaltung“ einrichten, ganz ohne Zeitschaltuhr.
Aber Achtung: Manche Geräte brauchen das WLAN auch nachts. Smart-Home-Zentralen, Sicherheitskameras, Saugroboter oder Updates für Smart-TVs laufen oft nachts. Vorher prüfen, ob du dir keine Probleme einhandelst.
Vor- und Nachteile vom Router-Ausschalten
Vorteile:
- Spart bares Geld im Jahr
- Schont das Gerät und verlängert die Lebensdauer
- Reduziert WLAN-Strahlung in der Wohnung
- Besser fürs Klima
Nachteile:
- Smart-Home-Geräte können offline gehen
- Updates und Synchronisationen finden nachts statt
- Beim Hochfahren dauert es ein paar Minuten
- Notruf per VoIP funktioniert nicht (wichtig!)
Häufige Fehler beim Stromsparen mit dem Router
Viele wollen sparen und machen dabei genau das Falsche. Diese Stolperfallen solltest du vermeiden:
- Alten Router behalten, obwohl ein neues Modell deutlich effizienter wäre
- Mehrere Repeater dauerhaft laufen lassen, obwohl sie nur abends gebraucht werden
- Ungenutzte Funktionen aktiv lassen wie WLAN-Gastzugang oder DECT, wenn man kein Schnurlostelefon hat
- 5-GHz-Band immer aktiv, obwohl im Schlafzimmer nur 2,4 GHz reicht
- LED-Dauerbetrieb, obwohl sich die Anzeigen oft dimmen oder abschalten lassen
Schon kleine Anpassungen im Routermenü können ein bis drei Watt sparen, das macht über das Jahr gerechnet wieder einige Euro aus.
Vergleichstabelle: Router-Modelle und ihr Verbrauch
| Modell-Typ | Typischer Verbrauch | Kosten pro Jahr (35 ct/kWh) |
|---|---|---|
| FRITZ!Box 7590 AX | ca. 13 W | ca. 39,87 € |
| FRITZ!Box 7530 | ca. 8 W | ca. 24,53 € |
| TP-Link Archer AX55 | ca. 9 W | ca. 27,60 € |
| Speedport Smart 4 | ca. 11 W | ca. 33,73 € |
| Asus RT-AX86U | ca. 15 W | ca. 45,99 € |
| Mesh-System (3 Knoten) | ca. 20 W | ca. 61,32 € |
Die Werte sind Durchschnittswerte aus Herstellerangaben und Messberichten. Im Einzelfall können sie nach oben oder unten abweichen.
Tipps, um den Stromverbrauch deines Routers zu senken
Du musst nicht gleich den Router rauswerfen, um Strom zu sparen. Mit ein paar Einstellungen geht schon einiges:
- Nachtschaltung aktivieren für Zeiten, in denen niemand surft
- Nicht benötigte Funkbänder abschalten, wenn du sie nicht brauchst
- LEDs dimmen oder ausschalten über das Menü
- WLAN-Gastzugang deaktivieren, wenn nicht gebraucht
- Repeater und Powerline nur dann anschließen, wenn wirklich nötig
- Firmware aktuell halten, neuere Versionen sind oft effizienter
- Älteren Router ersetzen, wenn er deutlich mehr als 15 Watt zieht
Ein Wechsel auf ein modernes, sparsames Modell kann sich nach ein paar Jahren bereits über die eingesparten Stromkosten amortisieren.
FAQ zum Stromverbrauch von Routern
Ein durchschnittlicher Router mit 10 Watt verbraucht etwa 7,3 kWh pro Monat. Das entspricht bei 35 Cent pro kWh rund 2,55 Euro monatlich.
Ja, das geht problemlos. Beachte aber, dass dann auch dein Festnetztelefon (bei VoIP) und Smart-Home-Geräte offline sind. Notrufe sind dann nicht möglich.
Kleine Modelle ohne Telefonie und mit nur einem Funkband liegen oft bei 4 bis 6 Watt. Wer auf Komfort verzichten kann, fährt damit am sparsamsten.
Ein bisschen, aber nicht viel. Das WLAN-Modul selbst zieht nur ein bis zwei Watt. Die meiste Energie braucht der Prozessor und das Netzteil, die laufen weiter.
Wenn dein Router keine eingebaute Nachtschaltung hat, ja. Eine mechanische Zeitschaltuhr kostet wenige Euro und spart über die Jahre ein Vielfaches davon ein.
Aus Sicht des Stromverbrauchs sind Geräte, die älter als 6 bis 8 Jahre sind, oft ineffizient. Dazu kommen Sicherheitslücken, weil Updates fehlen. Ein Wechsel kann sich doppelt lohnen.
Fazit: Kleiner Verbraucher, große Wirkung übers Jahr
Der Stromverbrauch deines Routers ist auf den ersten Blick gering, aber im Dauerbetrieb summieren sich die Kosten. Zwischen 15 und 60 Euro pro Jahr sind realistisch, je nach Modell und Ausstattung. Wer mehrere Netzwerkgeräte betreibt, kann auch über 100 Euro landen.
Die gute Nachricht: Mit einem Strommessgerät, einer durchdachten Nachtschaltung und der Deaktivierung ungenutzter Funktionen lässt sich der Verbrauch deutlich senken, ohne dass du auf Komfort verzichten musst. Wenn dein Router schon viele Jahre auf dem Buckel hat, kann sich ein Wechsel auf ein effizientes Modell schon nach kurzer Zeit rechnen.
Kleiner Tipp am Rande: Schau dir auch mal andere Dauerläufer wie Streaming-Boxen, Smart-TVs im Standby oder das NAS an. Da schlummert oft mehr Sparpotenzial, als du denkst.

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