Dein WLAN-Router läuft 24/7, das ganze Jahr über, ohne dass du groß darüber nachdenkst. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf den Stromverbrauch des Routers und die Frage, was dich das WLAN im Dauerbetrieb eigentlich kostet. Die kurze Antwort vorweg: Ein typischer Router zieht zwischen 10 und 20 Watt und verursacht damit Stromkosten von rund 27 bis 54 Euro pro Jahr, je nach Modell, Auslastung und Strompreis.
Klingt erstmal überschaubar, summiert sich über die Jahre aber ordentlich. Und das Beste: Mit ein paar einfachen Einstellungen kannst du den Verbrauch spürbar drücken, ohne dein Internet komplett auszubremsen.
Wie viel Strom dein Router wirklich frisst
Der Verbrauch hängt von mehreren Faktoren ab: vom Modell, vom Alter des Geräts, vom Funkstandard und davon, was du angeschlossen hast. Eine schlanke Box wie die Fritzbox 7530 kommt mit aktivem WLAN auf rund 5 bis 6 Watt, während ein leistungsstarkes Topmodell wie der Telekom Speedport Pro mit beiden Funkbändern auch mal über 18 Watt zieht.
Rechne das mal hoch: 24 Stunden, 365 Tage, das ganze Jahr durch. Da kommt einiges zusammen.
| Router-Leistung | Verbrauch pro Jahr | Kosten bei 30 ct/kWh | Kosten bei 40 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| 5 Watt (sparsam) | 43,8 kWh | 13,14 € | 17,52 € |
| 10 Watt (Mittelklasse) | 87,6 kWh | 26,28 € | 35,04 € |
| 15 Watt (typisch) | 131,4 kWh | 39,42 € | 52,56 € |
| 20 Watt (Topmodell) | 175,2 kWh | 52,56 € | 70,08 € |
| 25 Watt (mit Zusatzgeräten) | 219,0 kWh | 65,70 € | 87,60 € |
Die Formel ist simpel: Watt × 24 × 365 ÷ 1000 = Kilowattstunden pro Jahr. Diese Zahl mal deinen Strompreis und du hast deine Jahreskosten.
Was viele übersehen: Hängt eine USB-Festplatte am Router, ein DECT-Telefon, vielleicht noch eine Smart-Home-Zentrale oder eine kleine LED im Flur an der gleichen Steckdosenleiste, schießt der reale Verbrauch schnell nach oben. In so einem Setup landen viele Haushalte bei 8 bis 12 Watt allein für das „Router-Eck“, manchmal auch deutlich mehr.
Welche Faktoren den Verbrauch hochtreiben
Es gibt ein paar Stellschrauben, die richtig durchschlagen. Das WLAN selbst ist der größte Hebel. Ein Unterschied von 2 bis 11 Watt zwischen „WLAN an“ und „WLAN aus“ ist je nach Modell drin. Das 5-GHz-Band frisst dabei mehr Energie als 2,4 GHz, weil es technisch aufwendiger arbeitet und höhere Sendeleistungen erlaubt.
Auch die Anzahl der aktiven Funktionen spielt mit:
- Mehrere Antennen für MU-MIMO und 4×4-Streams ziehen mehr Strom
- USB-Speicher am Router läuft mit und kostet permanent Energie
- DECT-Basisstation ist eher genügsam (nur wenige zehntel Watt)
- Kabel-Internet zieht tendenziell etwas mehr als DSL oder LTE
- Smart-Home-Funktionen über DECT-ULE bleiben im Stand-by sparsam
Ein älterer Router kann übrigens nicht automatisch als Stromfresser abgestempelt werden. Manche 5 Jahre alten Modelle sind erstaunlich sparsam, während aktuelle High-End-Geräte mit Wi-Fi 6 und 2,5-Gigabit-Ports deutlich mehr ziehen. Wer wirklich wissen will, was die eigene Box braucht, kommt um ein Strommessgerät für die Steckdose kaum herum. Solche Zwischenstecker gibt es ab rund 15 Euro und sie liefern echte Zahlen statt Schätzwerte.
So senkst du den Stromverbrauch beim Router
Hier kommen die effektivsten Maßnahmen, die ohne großen Aufwand funktionieren und sich auch für Webmaster und Blogger im Home-Office rechnen.
1. WLAN-Zeitplan einrichten
In fast jeder modernen Router-Oberfläche kannst du das WLAN nachts automatisch abschalten. Wer zwischen 0 und 6 Uhr schläft und niemand streamt, spart so täglich 25 Prozent der WLAN-Stromkosten. Bei einem 15-Watt-Router sind das rund 10 Euro im Jahr plus Schonung der Hardware.
2. Energiesparmodus aktivieren
Viele Boxen drosseln im Sparmodus die Sendeleistung und schalten ungenutzte Funktionen ab. Die Reichweite leidet minimal, in einer normalen Wohnung merkst du davon nichts.
3. Nur ein Frequenzband nutzen
Hast du nur Geräte mit 2,4 GHz (alte Drucker, Smart-Home-Sensoren, ältere Smartphones), kannst du das 5-GHz-Band komplett deaktivieren. Andersrum gilt das Gleiche. Das spart messbar Strom.
4. USB-Datenträger nur bei Bedarf anschließen
Eine permanent angeschlossene Festplatte am Router läuft 24/7 mit. Wer die Platte stattdessen direkt am PC nutzt, spart locker 3 bis 7 Watt zusätzlich.
5. Router im Urlaub vom Netz nehmen
Zwei Wochen Urlaub bedeuten bei 15 Watt rund 5 kWh weniger Verbrauch. Klingt wenig, ist aber nebenbei auch ein Schutz vor Überspannungsschäden bei Gewittern.
Vorteile und Nachteile der WLAN-Abschaltung
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Spürbare Stromersparnis (10 bis 30 %) | Smart-Home-Geräte können offline gehen |
| Weniger Funkstrahlung in der Wohnung | Updates laufen evtl. nicht durch |
| Höhere Sicherheit (nicht erreichbar) | Erreichbarkeit per VPN/Fernzugriff entfällt |
| Schont die Hardware | Manuelles Einschalten teils nötig |
Häufige Fehler, die unnötig Strom kosten
Ein paar typische Stolperfallen, die immer wieder auftauchen:
- Schaltbare Steckdose nach dem Router: Wer eine smarte Steckdose vor den Router hängt und das WLAN abschaltet, kann die Steckdose hinterher nicht mehr per App einschalten. Hier nur Bluetooth- oder Zeitplan-Modelle nutzen.
- Vergessene Repeater und Mesh-Punkte: Jeder zusätzliche Access Point zieht 3 bis 8 Watt. Oft hängt irgendwo noch ein altes Gerät, das niemand mehr nutzt.
- Voreingestellte maximale Sendeleistung: Viele Router senden ab Werk mit voller Power, obwohl in einer 60-qm-Wohnung deutlich weniger reicht.
- Doppelte Modems: Manche schließen einen Eigenrouter hinter den Provider-Router und betreiben zwei Boxen parallel. Strommäßig ein Eigentor.
Wer einen neuen Router anschaffen will, sollte die Leistungsaufnahme im Datenblatt vergleichen. Die meisten Hersteller geben den typischen Verbrauch inzwischen offen an. Rechne aber damit, dass sich ein Wechsel rein wegen der Stromersparnis erst nach 8 bis 12 Jahren amortisiert.
FAQ zum Stromverbrauch von WLAN-Routern
Bei durchschnittlich 12 Watt und einem Strompreis von 35 Cent pro kWh zahlst du etwa 3,00 bis 3,50 Euro pro Monat für deinen Router. Sparsame Modelle kommen mit 1,50 Euro aus, leistungsstarke Boxen mit Zusatzfunktionen knacken auch mal die 5-Euro-Marke.
Häufiges komplettes Trennen kann die Lebensdauer der Elektronik leicht beeinträchtigen, weil jeder Kaltstart Stress für Bauteile bedeutet. Ein programmierter WLAN-Zeitplan in den Router-Einstellungen ist die bessere Lösung, weil dabei nur die Funkmodule abgeschaltet werden und nicht das gesamte Gerät.
In der Spitze ja, weil Wi-Fi 6 mehr Streams und höhere Sendeleistungen ermöglicht. Im Idle-Betrieb und bei moderater Auslastung sind moderne Wi-Fi-6-Chips aber oft effizienter pro übertragenem Megabyte. Wer viel Datenverkehr hat, fährt mit Wi-Fi 6 sogar günstiger.
Bedingt. Eine smarte Steckdose zieht selbst 0,5 bis 1,5 Watt im Stand-by. Wenn du den Router nur nachts abschalten willst, ist der eingebaute WLAN-Zeitplan die elegantere und sparsamere Lösung.
Mit einem Energiekostenmessgerät für die Steckdose. Du steckst es zwischen Router und Steckdose, wartest 24 Stunden und liest dann die Kilowattstunden ab. Daraus rechnest du dann mit deinem aktuellen Strompreis die Jahreskosten hoch.
Schlanke Modelle ohne große Zusatzfunktionen liegen meist zwischen 4 und 7 Watt. Komplette All-in-One-Boxen mit DECT, USB, 4×4-WLAN und 2,5-Gigabit-Port landen schnell bei 12 bis 20 Watt. Wer reines WLAN braucht, fährt mit einem minimalistischen Gerät am sparsamsten.
Fazit
Der Stromverbrauch deines Routers ist kein Drama, aber auch keine Lappalie. Zwischen 27 und 70 Euro pro Jahr sind realistisch und mit ein paar Einstellungen kannst du locker 10 bis 20 Euro davon sparen. Ein WLAN-Zeitplan für die Nacht, das Abschalten ungenutzter Frequenzbänder und ein Blick auf USB-Zusatzgeräte sind die wirkungsvollsten Maßnahmen. Wer es genau wissen will, holt sich für 15 Euro ein Strommessgerät und kennt nach einem Tag seine tatsächlichen Kosten.
Für SEO-affine Webmaster, die im Home-Office arbeiten und den Router quasi als Werkzeug nutzen, lohnt sich der Blick besonders. Denn die Kosten fürs WLAN gehören zu den planbaren Fixkosten, die du mit wenig Aufwand optimieren kannst.

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