Kurz vorweg, damit du nicht lange suchen musst: Eine Infrarotheizung mit 800 Watt kostet bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh genau 28 Cent pro Stunde im Volllastbetrieb.
Die Formel ist simpel, und gleich zeige ich dir, wie du das für dein eigenes Paneel ausrechnest und warum die echten Monatskosten am Ende oft niedriger sind, als die reine Rechnung vermuten lässt.
Die Formel für die Kosten pro Stunde
Du brauchst nur zwei Werte:
- Die Leistung deines Heizpaneels in Watt (steht auf dem Typenschild oder in der Beschreibung)
- Deinen Strompreis in Cent pro Kilowattstunde (findest du auf deiner Stromrechnung)
Da Strom in Kilowattstunden (kWh) abgerechnet wird, musst du die Watt-Zahl zuerst durch 1.000 teilen:
Kosten pro Stunde = (Watt ÷ 1.000) × Strompreis pro kWh
Ein kleines Beispiel: Du hast ein 600-Watt-Paneel und zahlst 33 Cent pro kWh.
→ 600 ÷ 1.000 = 0,6 kW
→ 0,6 × 0,33 € = 0,198 € pro Stunde
Mehr Mathematik steckt da wirklich nicht dahinter.
Beispielkosten in der Übersicht
Damit du nicht jedes Paneel selbst durchrechnen musst, hier eine Tabelle mit den gängigen Leistungsstufen. Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland liegt aktuell zwischen 30 und 37 Cent pro kWh, je nach Tarif und Anbieter.
| Leistung | Verbrauch pro Stunde | Kosten bei 0,30 €/kWh | Kosten bei 0,35 €/kWh | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| 300 Watt | 0,3 kWh | 0,09 € | 0,11 € | Gäste-WC, kleines Bad |
| 400 Watt | 0,4 kWh | 0,12 € | 0,14 € | Flur, kleines Bad |
| 600 Watt | 0,6 kWh | 0,18 € | 0,21 € | Räume bis 10–12 m² |
| 800 Watt | 0,8 kWh | 0,24 € | 0,28 € | Räume 12–16 m² |
| 1000 Watt | 1,0 kWh | 0,30 € | 0,35 € | Räume ab 18 m² |
| 1200 Watt | 1,2 kWh | 0,36 € | 0,42 € | Größere Wohnräume |
Wichtig: Das sind die Kosten bei Dauerbetrieb auf voller Leistung. In der Realität läuft eine Infrarotheizung so gut wie nie eine ganze Stunde durch.
Warum die echten Kosten meistens niedriger sind
Hier ist der Punkt, an dem viele falsch rechnen. Wenn du die Stundenkosten einfach mit 24 multiplizierst, bekommst du eine Horror-Stromrechnung im Kopf, die mit der Realität wenig zu tun hat.
Eine vernünftig dimensionierte Infrarotheizung mit Thermostat verhält sich so:
- Sie heizt erst voll auf, bis Wände und Möbel die gespeicherte Wärme abgeben
- Danach schaltet sie ab und nutzt die Strahlungswärme im Raum
- Sie taktet nur noch kurz nach, um die Temperatur zu halten
Aus Praxisberichten zeigt sich: An einem richtig kalten Wintertag läuft so ein Paneel effektiv etwa 5 bis 6 Stunden unter Volllast, obwohl es den ganzen Tag eingeschaltet bleibt.
Rechenbeispiel für einen Heiztag:
Ein 800-Watt-Paneel, das effektiv 6 Stunden heizt:
→ 0,8 kW × 6 h = 4,8 kWh
→ 4,8 kWh × 0,35 € = 1,68 € pro Tag
Auf einen Monat mit 30 Heiztagen kommst du so auf rund 50 € pro Raum. Ein YouTuber, der sein gut gedämmtes Atelier (rund 20 m²) komplett mit Infrarot beheizt, berichtet von Heizkosten zwischen 20 und 50 € pro Monat, je nach Außentemperatur. Im milden Dezember waren es 20 €, im eiskalten Januar etwa 50 €.
Was deine Stromrechnung wirklich beeinflusst
Ob du am Ende eher bei den günstigen oder den hohen Werten landest, hängt von ein paar Faktoren ab, die in keiner Werbebroschüre stehen:
1. Die Dämmung des Raumes
In einem ungedämmten Altbau verpufft die Wärme schneller, das Paneel muss öfter anspringen. In einem Neubau mit ordentlicher Dämmung reichen 50 bis 70 Watt pro Quadratmeter. Im sanierten Altbau eher 70 bis 100 Watt pro m².
2. Außen- oder Innenwand?
Strahlt das Paneel auf eine kalte Außenwand, geht ein Teil der Energie nach draußen verloren. Auf eine speicherfähige Innenwand gerichtet, bleibt die Wärme länger im Raum.
3. Die Steuerung
Ohne smartes Thermostat läuft die Heizung im Dauerbetrieb durch. Das ist der Punkt, an dem die meisten zu hohen Stromrechnungen entstehen. Ein gutes Thermostat ist hier kein Luxus, sondern Pflicht.
4. Die Nutzungsdauer
Hier liegt der entscheidende Knackpunkt. Wenn du einen Raum nur 1 bis 2 Stunden am Tag nutzt (Werkstatt, Hobbyraum, Gäste-WC), ist Infrarot top. Bist du den ganzen Tag drin, wird es schnell teuer.
Vergleich: Wann lohnt sich Infrarot wirklich?
| Nutzungsszenario | Infrarotheizung | Wärmepumpe / Gas |
|---|---|---|
| Kurz genutzte Räume (1–3 h/Tag) | sehr gut geeignet | überdimensioniert |
| Bad als Zusatzheizung | ideal | je nach System |
| Wohnzimmer, ganztägig | teuer | günstiger im Betrieb |
| Werkstatt, sporadisch | top Lösung | unwirtschaftlich |
| Komplettes Einfamilienhaus | nur bedingt sinnvoll | klar im Vorteil |
Eine Faustregel aus Praxisberichten: Ab etwa 8 Stunden täglicher Heizzeit wird eine Gasheizung oder Wärmepumpe günstiger als Infrarot. Darunter punktet das Paneel mit seiner schnellen Reaktion und der einfachen Installation.
Vorteile der Infrarotheizung
- Günstige Anschaffung (oft 100 bis 300 € pro Paneel)
- Einfache Montage, kein Installateur nötig
- Schnelle Wärme, sobald du den Raum betrittst
- Keine Wartungskosten, kein Schornsteinfeger
- Gut kombinierbar mit PV-Anlage
Nachteile
- 1 kWh Strom = nur 1 kWh Wärme (kein Wirkungsgrad-Bonus wie bei der Wärmepumpe)
- Bei Dauerbetrieb teuer
- Wärmt nur die direkte Strahlungsfläche, nicht den ganzen Raum
- Hoher Strompreis macht das System empfindlich
Häufige Fehler bei der Planung
Aus Diskussionen in Foren und Kommentaren tauchen immer wieder dieselben Fehler auf:
- Zu klein dimensioniert: Wer im 20-m²-Raum nur ein 400-Watt-Paneel installiert, friert und heizt trotzdem teuer
- Falsche Position: Paneele an der kalten Außenwand verlieren Energie nach hinten
- Kein Thermostat: Dauerbetrieb ist der größte Kostenfaktor
- Falsche Erwartung: Infrarot wärmt Körper und Flächen, nicht primär die Luft. Wer einen großen Raum komplett auf Wohlfühltemperatur bringen will, ist mit anderen Systemen besser bedient.
FAQ rund um den Stromverbrauch
Das entspricht exakt ihrer Leistung. Ein 800-Watt-Paneel verbraucht 0,8 kWh pro Stunde Volllast, ein 1000-Watt-Paneel genau 1 kWh.
Bei einem 800-Watt-Paneel, 6 Stunden effektiver Heizzeit pro Tag und 35 Cent pro kWh landest du bei rund 50 € im Monat. Bei sporadischer Nutzung deutlich weniger.
Ja, in Kombination mit einer PV-Anlage kannst du den selbst erzeugten Strom direkt verheizen. Allerdings produziert die PV im Winter am wenigsten, also genau dann, wenn du am meisten heizt.
Im Neubau mit guter Dämmung etwa 50 bis 70 Watt pro m², im sanierten Altbau eher 70 bis 100 Watt pro m². Bei einem 15-m²-Wohnzimmer im Neubau wären das also 750 bis 1.000 Watt.
Möglich ja, wirtschaftlich meist nicht. Für selten genutzte Räume oder als Ergänzung zur Hauptheizung ist Infrarot stark, als Alleinheizung im Dauerbetrieb wird der Strompreis schnell zum Problem.
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät) macht aus 1 kWh Strom oft 3 bis 4 kWh Wärme. Im laufenden Betrieb ist sie damit klar günstiger, kostet in der Anschaffung aber mehr.
Fazit
Den Stromverbrauch deiner Infrarotheizung und die Kosten pro Stunde berechnest du mit einer simplen Formel: Watt durch 1.000, mal Strompreis. Bei 35 Cent pro kWh landest du je nach Paneel zwischen 11 Cent (300 W) und 42 Cent (1.200 W) pro Stunde.
Die echten Monatskosten hängen aber massiv davon ab, wie lange das Paneel wirklich heizt, wie gut der Raum gedämmt ist und ob ein Thermostat sauber regelt. Für selten genutzte Räume, Bäder oder Werkstätten ist Infrarot eine ehrliche und unkomplizierte Lösung. Für ein ganzes Haus im Dauerbetrieb solltest du dir Alternativen wie eine Wärmepumpe genauer ansehen.
Wenn du noch unsicher bist, welcher Stromtarif für dich passt oder wie du deinen Verbrauch generell senkst, schau gerne in unsere weiterführenden Ratgeber zu Stromtarifen und Energiesparen auf stromweise.de.


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