Warmwasser frisst bis zu einem Drittel deines Stroms. So senkst du die Kosten im Bad: Duschkopf-Trick, Föhn und versteckte Stromfresser.

Rund ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs geht in vielen Haushalten allein fürs warme Wasser drauf. Und der größte Teil davon fließt im Bad durch die Leitung. Wer beim Strom sparen im Badezimmer ansetzt, greift also direkt an den dicksten Kostenblock der Stromrechnung. Das Gute daran: Du brauchst weder eine Sanierung noch teure Technik. Schon ein paar kleine Änderungen bringen dir jedes Jahr dreistellige Beträge zurück aufs Konto.

Fangen wir beim größten Posten an: dem Warmwasser. Ein Durchlauferhitzer zieht pro Duschgang schnell 2 bis 2,5 Kilowattstunden. Das ist mehr, als ein moderner Kühlschrank am ganzen Tag verbraucht. Zehn Minuten duschen kosten dich mit Strom-Warmwasser bis zu 3 Euro pro Duschgang. Bei fünf Duschen pro Woche kommt da übers Jahr eine ordentliche Summe zusammen.

Der wirksamste Hebel ist ein Sparduschkopf. Er kostet etwa 20 Euro und halbiert den Warmwasserverbrauch. Der Trick dahinter: Er mischt Luft unter den Wasserstrahl. Das Duschgefühl bleibt gleich, aber statt 12 Litern fließen nur noch 6 bis 9 Liter pro Minute durch die Leitung. Achte beim Kauf darauf, dass die Durchflussmenge konkret auf der Verpackung steht. Begriffe wie „Eco“ sind nicht geschützt und sagen nichts über den echten Verbrauch aus.

Der zweite Hebel ist die Temperatur. Schon ein Grad weniger am Boiler spart etwa 5 bis 6 Prozent Energie. Viele Speicher stehen unnötig auf 60 bis 65 Grad. Ein Absenken auf 50 bis 52 Grad merkst du beim Duschen nicht, auf der Rechnung dafür umso mehr. Wichtig aus Hygienegründen: Unter 50 Grad solltest du wegen möglicher Legionellen nicht gehen und den Durchlauferhitzer regelmäßig einmal auf mindestens 55 Grad hochfahren.

Zwei Punkte übersehen fast alle: Kalk und die Zirkulationspumpe. Ein verkalkter Durchlauferhitzer oder Duschkopf braucht 15 bis 25 Prozent mehr Energie, weil die Wärme schlechter übertragen wird. Einmal im Jahr entkalken lohnt sich also mehr, als du denkst. Und wenn bei dir eine Warmwasser-Zirkulationspumpe rund um die Uhr läuft, verschenkst du damit oft 300 bis 600 Kilowattstunden pro Jahr. Eine simple Zeitschaltuhr löst das Problem für unter 10 Euro.

Auch dein Verhalten zählt: Wasser beim Einseifen abstellen, kürzer duschen und ein Vollbad nur als Ausnahme gönnen. Jede Minute weniger unter der Dusche spart bei einem normalen Duschkopf rund 14 Liter warmes Wasser.

Föhn, Standby und andere versteckte Stromfresser

Nach dem Warmwasser kommt die zweite Kategorie: Elektrogeräte, die einzeln harmlos wirken, in Summe aber richtig Geld kosten.

Der Föhn ist der Klassiker. Ein Modell mit 2.000 Watt kommt bei täglich zehn Minuten auf etwa 60 Kilowattstunden im Jahr und pustet dabei rund 25 Kilogramm CO2 in die Luft. Die niedrigste Stufe reicht in den meisten Fällen völlig aus und schont nebenbei deine Haare. Noch cleverer: Erst mit einem Mikrofaser-Handtuch vortrocknen und die Haare fünf Minuten an der Luft antrocknen lassen. Das verkürzt die Föhnzeit um 30 bis 40 Prozent. Es gibt sogar einen indirekten Kostenfaktor, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Je heißer du föhnst, desto poröser wird das Haar. Die Folge sind häufigeres Waschen und mehr Pflegeprodukte, was wiederum den Warmwasserverbrauch nach oben treibt.

Dann wären da die Standby-Kosten. Eine elektrische Zahnbürste, die dauerhaft auf der Ladestation steht, zieht bis zu 45 Kilowattstunden im Jahr. Dazu kommen Ladestation vom Rasierer, beleuchteter Spiegel und elektronischer Spülkasten. Zusammen sind das oft 80 bis 150 Kilowattstunden jährlich, für die du keinerlei Gegenwert bekommst. Die Lösung ist simpel: Stecker ziehen oder eine schaltbare Steckdosenleiste einsetzen.

Der teuerste versteckte Posten ist der elektrische Handtuchtrockner. Zwei Stunden täglich bei 900 Watt ergeben rund 648 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht ungefähr dem doppelten Jahresverbrauch eines mittelgroßen Kühlschranks. Handtücher trocknen am Fenster oder auf dem Balkon genauso gut, nur eben kostenlos. Ähnlich ineffizient sind Heizlüfter am Morgen: Sie wärmen zwar schnell, ziehen dabei aber enorm viel Strom. Besser ist es, das Bad über Nacht nur leicht abzusenken statt komplett auskühlen zu lassen.

Hier die wichtigsten Stromfresser im direkten Vergleich (gerechnet mit 35 Cent pro Kilowattstunde):

StromfresserVerbrauch pro JahrKosten pro JahrDein Sparpotenzial
Durchlauferhitzer (2 Personen)ca. 1.800 kWhca. 630 €bis 50 % mit Sparduschkopf
Elektrischer Handtuchtrocknerca. 648 kWhca. 227 €fast 100 % durch Lufttrocknen
Föhn, 2.000 W, täglich 10 Min.ca. 60 kWhca. 21 €30 bis 40 % durch Vortrocknen
E-Zahnbürste im Dauer-Standbyca. 45 kWhca. 16 €fast 100 % durch Steckerziehen
Halogenspots am Spiegelje nach Nutzungvariabel85 bis 90 % durch LED-Tausch

Apropos Licht: Alte Halogenlampen am Badspiegel gegen LEDs zu tauschen spart bei gleicher Helligkeit bis zu 90 Prozent Strom. Moderne LEDs gibt es längst in warmweißem Licht, sie halten zudem deutlich länger.

Häufige Fragen zum Strom sparen im Badezimmer

Wie rechne ich den Verbrauch einzelner Stromfresser selbst aus?

Auf jedem Elektrogerät findest du die Leistung in Watt. Die Formel lautet: Watt x Stunden pro Tag x Tage pro Jahr, geteilt durch 1.000. Das Ergebnis ist der Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Multipliziert mit deinem Strompreis siehst du sofort, was dich ein einzelner Stromfresser wirklich kostet.

Duschen oder baden: Was ist günstiger?

Ein Vollbad verbraucht rund 120 Liter Wasser, fünf Minuten duschen nur etwa 70 Liter. Mit Sparduschkopf halbiert sich das noch einmal auf 35 Liter. Ein kleiner Trick gegen die Stoppuhr im Kopf: Such dir Songs raus, die ungefähr fünf Minuten lang sind, und mach sie zu deinem festen Dusch-Soundtrack.

Muss ich jetzt eiskalt duschen?

Nein. Schon 2,5 Grad weniger, also etwa 38 statt 40,5 Grad, sparen rund 5 Prozent Energie. Warm statt heiß reicht völlig, und deine Haut freut sich obendrein.

Kurz zusammengefasst: Warmwasser ist dein größter Hebel, der Sparduschkopf die günstigste Einzelmaßnahme, und die versteckten Kosten aus Standby, Handtuchtrockner und Kalk summieren sich schnell auf über 200 Euro im Jahr. Je mehr dieser Punkte du kombinierst, desto günstiger wird jeder einzelne Tag im Bad.

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